Wettbewerb „Mein Gutes Beispiel“ 2014

Rückblick auf den Wettbewerb und die Preisverleihung

Unternehmen für die Region e. V. und die Bertelsmann Stiftung zeichnen gesellschaftliches Engagement von Unternehmen aus

Die Bertelsmann Stiftung und der Verein Unternehmen für die Region e.V. zeichnen zum vierten Mal im Rahmen des Wettbewerbs „Mein gutes Beispiel“ herausragende Beispiele gesellschaftlichen Engagements mittelständischer Unternehmen aus. Auf der diesjährigen Jahreskonferenz erhielten drei der sieben Finalisten eine Auszeichnungen aus der Hand der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann Stiftung, Liz Mohn.

Bundesweit hatten sich 149 Unternehmen beworben, die in ihrer Region zu den Themen Bildung und Ausbildung, Soziale Benachteiligung oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf engagiert sind. Mit den Projekten wollen die Unternehmen einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten. Bei der Auswahl durch die Jury waren vor allem folgende Kriterien wichtig: Langfristigkeit des Projektes, unternehmerische Kompetenz, Kreativität, regionale Nähe, Zusammenarbeit mit Partnern sowie die Übertragbarkeit auf andere Regionen.

Preisträger: BioMARKT Roland Geist GmbH – Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderungen

Preisträger Roland und Brigitte Geist, Geschäftsführer Biomarkt Geist GmbH, Öhringen mit Liz Mohn

Roland Geist, der Inhaber des Biomarkts Roland Geist GmbH, und seine Ehefrau Brigitte haben nach jahrelanger Planung in ihrem Biomarkt in der baden-württembergischen Stadt Öhringen Arbeitsplätze für mehrfach behinderte Menschen geschaffen sowie das Projekt „Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderung in Öhringen“ gegründet.

Mittlerweile arbeiten dort drei Mitarbeiterinnen mit Behinderung. Alle drei sind Rollstuhlfahrerinnen und konnten aufgrund ihrer Mehrfachbehinderung keine reguläre Berufsausbildung absolvieren. Zunächst als Praktikanten und jetzt als reguläre sozialversicherungspflichtige Angestellte wurden alle Arbeiten auch mit Hilfe von Arbeitsassistenz direkt im Betrieb erlernt. Jetzt arbeiten diese Mitarbeiterinnen in verschiedenen Bereichen überwiegend selbständig, z.B. bei der Herstellung von Snacks, Fertigsalaten, Kuchen und durch die rollstuhlgerechte Backwarentheke auch im direkten Kundenkontakt beim Backwarenverkauf. Dadurch sind sie fester Bestandteil der Belegschaft. Diese Arbeitsmöglichkeit und die Wohnmöglichkeit in einer selbst organisierten Wohngemeinschaft mit Assistenzkräften unweit des Biomarktes ermöglicht den drei jungen Frauen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben mit beispielhafter Inklusion im Betrieb und gesellschaftlichen Leben.

Preisträger: inallermunde kommunikation GmbH – Leutkircher Bürgerbahnhof

Preisträger Christian Skrodzki und Wolfgang Bietsch, Geschäftsführer inallermunde GmbH aus Leutkirch, mit Liz Mohn

Im Jahr 2005 entwickelte Christian Skrodzki, Mitinhaber der Werbeagentur inallermunde kommunikation, ein Rettungs- und Nutzungskonzept für den denkmalgeschützten Bahnhof in Leutkirch. Die öffentliche Hand konnte aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen das 1889 erbaute Gebäude nicht grundlegend sanieren. Um dem Verfall entgegen zu wirken und einen möglichen Abriss des Kulturgutes zu verhindern, wurde auf Grundlage des Rettungskonzeptes eine Bürgergenossenschaft gegründet. Rund 700 Bürger investierten über 1,1 Millionen Euro Kapital für das historische Bahnhofsgebäude. Zusätzlich investierten die Leutkircher über 4.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt und leisteten tatkräftige Unterstützung bei der Umgestaltung des Bürgerbahnhofes.

Christian Skrodzki und seine Mitarbeiter der Werbeagentur brachten sich von Anfang an umfangreich in das Projekt Bürgerbahnhof ehrenamtlich ein. Sie gestalteten den Internetauftritt der Initiative und agierten als Botschafter des Bürgerbahnhofs sowie als Koordinationsstelle. Christian Skrodzki fungiert als ehrenamtlicher Vorstand der Bürgerbahnhof Genossenschaft. Die Sanierung des Gebäudes wurde 2012 erfolgreich abgeschlossen. Es gilt mittlerweile als Vorzeigeprojekt in ganz Deutschland. Verschiedene Bahnhofsinitiativen wie z.B. in Cuxhaven und Sulzfeld/Baden haben das Leutkircher Modell als Vorbild gewählt. Mittlerweile, zwei Jahre nach der Wiedereröffnung, haben sich in dem alten Bahnhof eine Gastronomie mit Hausbrauerei, verschiedene Design- und Medienfirmen sowie das Informationszentrum Nachhaltige Stadt angesiedelt.

Weitere Infos unter www.leutkircher-buergerbahnhof.de

Preisträger: Klinikum Dahme-Spreewald GmbH – Dahme Spreewald Netzwerk Gesunde Kinder

Preisträger Jutta Soulis, Geshäfsführerin und Birgit Kloas, Patin im Netzwerk vom Klinikum Dahme-Spree mit Liz Mohn

Das Projekt „Dahme-Spreewald Netzwerk Gesunde Kinder“ der Klinikum Dahme-Spreewald GmbH stellt jungen Familien eine ehrenamtliche Unterstützung für die gesunde Entwicklung ihrer Kinder bereit. Die Patinnen und Paten, die vor ihrer Patenschaft an einer speziellen Weiterbildung mit 11 Schulungsterminen teilnehmen, begleiten Familien von der Schwangerschaft bis zum Ende des 3. Lebensjahres des Kindes.

Besonders in den ersten Lebensjahren vermitteln die geschulten und ehrenamtlich tätigen Familienpaten bedarfsgerecht Angebote der Gesundheits- und Familienförderung, die passgenau auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnitten sind. Zudem unterstützen sie diese mit wertvollen Tipps. Im ersten Lebensjahr des Kindes finden sechs von mindestens zehn Patenbesuchen statt, die durch regelmäßige Themenabende rund um die Kindergesundheit ergänzt werden.

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass sich die Beziehung zwischen Paten und den jungen Familien nicht auf die ersten drei Lebensjahre der Kinder beschränkt, sondern der Kontakt hierüber hinaus oft bestehen bleibt. Durch dieses Netzwerk konnten seit 2007 schon mehr als 300 „Netzwerk-Babys“ betreut werden. Die 80 bis 100 aktiven Paten unterstützen jährlich zwischen 130 bis 150 Kinder im Landkreis Dahme-Spreewald.

Unsere Finalisten 2014:

DOKOM21 Gesellschaft für Telekommunikation mbH

Mit dem Projekt „schlau & fit–Verantwortung für die Region“ hat der Telekommunikationsanbieter DOKOM21 sein soziales Engagement gebündelt, um Einrichtungen und Institutionen im Bereich der Kinder-und Jugendarbeit im Großraum Dortmund zu fördern. Ein wesentlicher Teil des unternehmerischen Engagements ist die Übernahme einer Patenschaft für eine gesamte Jahrgangsstufe einer Hauptschule, die in einem Dortmunder Brennpunktgebiet angesiedelt ist. Das Unternehmen DOKOM21 hat die Hauptschüler in den vergangenen sechs Jahren von der 5. Klasse bis zu ihrem Schulabschluss in der 10. Klasse im Sommer 2013 mit zahlreichen Aktionen, Sachleistungen und aktiver Hilfestellung bei der Berufsvorbereitung unterstützt. Im Rahmen dieser Patenschaft förderte das Unternehmen z.B. die Praktikumssuche durch bestehende Kontakte zu anderen Unternehmen aus der Region, führte Seminare zu Bewerbungscoaching durch und startete nicht zuletzt eine erfolgreiche Ausbildungsplatz-Offensive, durch welche der Einstieg in verschiedene handwerkliche und kaufmännische Berufe möglich werden sollte. Zu dem Projektangebot gehören außerdem Tagesveranstaltungen, wie beispielsweise Aufklärungsunterricht und Ernährungsworkshops, die während des Schuljahres stattfinden, sowie Sachspenden für den Unterricht und die Pausengestaltung. Auch in den kommenden Jahren plant DOKOM21 die Schule weiterhin zu unterstützen und hat erneut eine Patenschaft für eine fünfte Klasse übernommen.

Flughafen Stuttgart GmbH

Die Flughafen Stuttgart GmbH hat in Kooperation mit der Studenteninitiative „enactus“ und der Stuttgarter Organisation Trott-war e.V. das Projekt „Spende dein Pfand“ auf dem Stuttgarter Flughafengelände ins Leben gerufen. Das Pfandflaschensammelprojekt verfolgt das Ziel sozial benachteiligte Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren und gleichzeitig eine umweltfreundliche Entsorgung von wiederverwertbaren Flaschen und Dosen zu ermöglichen. Seit September 2013 kann am Flughafen Stuttgart jeder Passagier, der eine Pfandflasche anstatt in den Mülleimer in einen der aufgestellten Sammelbehälter wirft, zugleich sozial benachteiligten Menschen einen Job verschaffen, die Umwelt schonen und eine soziale Organisation unterstützen. Mitarbeiter des in Stuttgart ansässigen Vereins Trott-war e.V. leeren die Behälter, sortieren die Flaschen in einem eigens angemieteten Kellerraum des Flughafens und organisieren deren Abtransport durch den Grünen Punkt. Bisher gelang es dem Projekt auf diese Weise sechs sozial benachteiligte Menschen mit einem festen Stundensatz wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Um das Projekt „Spende dein Pfand“ zu ermöglichen hat der Flughafenbetreiber zehn selbst angefertigte Plexiglasbehälter, Sonderanfertigungen zu je etwa 1.000 EUR, und einen Sortierraum für die Trott-war Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Des Weiteren macht der Flughafenbetreiber durch die Verteilung von Stickern aktiv auf die Kampagne aufmerksam und stellt das nötige Transportequipment, welches auf dem Gelände benötigt wird, für das Projekt bereit.

GARRY WEBER International AG

Im Jahr 2012 eröffnete das Modeunternehmen GERRY WEBER International AG eine firmeneigene Kindertagesstätte in Halle/Westfalen, welche KiTa-Plätze für bis zu 95 Kinder, im Alter von vier Monaten bis zum Schuleintritt, in sechs verschiedenen Gruppen Platz bietet. In der Konzepterstellung der Kindertagesstätte wurde besonders viel Wert auf die Qualität der Betreuung und das Angebot gelegt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. So wird jede der Gruppen nicht nur mit zwei bis drei eigenen Erzieherinnen betreut sondern zusätzlich durch eine ausschließlich englisch sprechende pädagogische Mitarbeiterin. Zudem arbeiten in der KiTa Kunst-, Bewegungs-und Musiktherapeutinnen. Auf dem 5000m² großen Außengelände gibt es einen großen Spielplatz, eine Sporthalle, eine Abenteuerscheune, einen eigenen KiTa-Garten sowie Haustiere durch welche die Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren lernen sollen. Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung der Kindertagesstätte werden 60 Kinder von 25 Mitarbeitern betreut. Neben den Kindern von Mitarbeitern der GERRY WEBER International AG stehen auch ein Teil der Plätze Kindern aus Halle und Umgebung zur Verfügung. Die hauseigene KiTa gilt in der Presse als Vorzeigeprojekt des unternehmerischen Engagements zur Förderung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehrere Unternehmen und Verbände konnten die Kindertagesstätte und die Umsetzung des Konzeptes bereits besichtigen.

Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg

Die Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg fördert die Zusammenarbeit der eigens gegründete United Kids Foundations mit regionalen und bundesweit tätigen Partnern, um Projekte für Kinder und Jugendliche in der Region zu organisieren. Durch intensive Vermittlungsarbeit stellt das Unternehmen den Kontakt zwischen regionalen Initiativen und lokalen Institutionen her, so dass eine vielfältige Auswahl an Projekten und Veranstaltungen für Kinder, oft unter prominenter Schirmherrschaft, in die Region geholt werden können. Beispielsweise startete in der niedersächsischen Region im Jahr 2011 das Projekt „Kids auf Schwimmkurs“ mit Franziska van Almsick, durch welches 1100 Kinder das Seepferdchen oder ein weiteres Schwimmabzeichen erlangen konnten. In Zusammenarbeit mit der Stiftung RTL wurden zudem fünf RTL Kinderhäuser in der Umgebung gegründet. In diesen stehen sozial benachteiligten Kindern eine Hausaufgabenbetreuung und verschiedene Freizeitangebote zur Verfügung und eine Grundversorge sowie Gesundheitsvorsorge wird gewährleistet. Andere prominente Projektpartner der United Kids Foundations sind u.a. die Peter Maffay Stiftung, Matthias Sammer, Henry Maske oder Arthur Abraham. Insgesamt konnten seit der Gründung der Initiative in 2005 mehr als 45.000 Kinder an den 350 verschiedenen Projekten der United Kids Foundations teilnehmen.

Mein gutes Beispiel 2014 - Preisverleihung Unternehmenswettbewerb

Rückblick auf Preisträger und vergangene Preisverleihungen